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Stromexperten des THW kamen hoch hinaus

Am vergangenen Sonnabend wurde beim Lüneburger THW eine Lehrveranstaltung für die Elektroversorgungs-Fachgruppen im Landesverband Bremen, Niedersachsen abgehalten. 29 Helferinnen und Helfer der Ortsverbände Sarstedt, Norden, Bad Lauterberg, Nordhorn sowie der gastgebenden E-Gruppe hatten den ganzen Tag über drei von den Lüneburger THW-Stromspezialisten gestellte Aufgaben abzuarbeiten.

Zunächst ging es im Schulungsraum bei Peter-Richard Dierks um die Auffrischung und praktische Anwendung von Sicherheitsregeln und Unfallverhütungsvorschriften. Als Lernerfolgskontrolle zauberte Dierks einen schriftlichen Test aus der Aktentasche.

Der zweite Teil fand draußen auf dem Hof statt. Carsten Heinsch, der mit der Lüneburger Netzersatzanlage (NEA) auch schon z.B. im Januar 2000 in Frankreich oder im November ´05 im Münsterland „blauen Strom“ produzierte, stellte die Aufgabe eines Parallelbetriebes mehrerer NEAs. Auf dem Hof standen sowohl zwei neue AVS-Modelle mit 200kVA Leistung (Lüneburg und Norden) als auch zwei ältere Modelle des Herstellers Polyma mit 175 kVA Leistung aus den Ortsverbänden Sarstedt und Bad Lauterberg. Als gebündelte Kraft stand mit 750 kVA rechnerisch genug Potential zur Verfügung, um einen ganzen Stadtteil zu versorgen. Leider bestand nicht die Möglichkeit, über einen Trafo ins Festnetz einzuspeisen. Daher wurde auch der 300kW-Lastwiderstand des Landesverbandes an die Ilmenau gezogen. Er wurde extra für solche Übungszwecke beschafft und auf einem Anhänger verlastet. Geübt wurden dann der Parallelbetrieb der vier Aggregate sowie die Lastverteilung untereinander. Denn knifflig wird es immer, wenn die moderne AVS-Technik mit der alten Dame Polyma zusammen arbeiten muss, hier sind viele Tücken zu beachten. Die meisten sind aber bekannt und wurden am Sonnabend wieder im Kopf der Maschinisten aufgefrischt. Denn während die modernen AVS-Generatoren mittels CAN-Bus Steuerungsseitig quasi zu einem Aggregat werden und sich automatisch aufeinander abstimmen, ist bei den Polyma-Aggregaten Handarbeit mit Fingerspitzengefühl der Maschinisten gefragt.

Der dritte Teil war eine Co-Produktion von THW und Avacon AG und fand im Industriegebiert Hafen statt. Matthias Menzel, selbst bei der Avacon angestellt, konnte den Ausbilder seines Arbeitgebers, Jörn Wirtz, für ein paar Übungsstunden begeistern. So durften die ehrenamtlichen Elektroversorger auf dem Avacon-Gelände in schwindelerregenden Höhen z.B. den Freileitungsbau trainieren. Für die Schulung der eigenen Kräfte hat der Netzbetreiber dort nämlich einen kleinen Park aus verschiedensten gebräuchlichen Holz-, Stahl- und Betonmasten aufgestellt. Ausgebildet wurden die THW´ler von Menzel und Wirtz hier aber nicht nur im Mastensteigen, auch das Wechseln eines Isolators an einer Hochspannungsleitung oder das Retten einer Person von einem Hochspannungsmast konnte unter realen Bedingungen geübt werden.

Das Technische Hilfswerk hat diese Arbeiten im Ausbildungskatalog seiner Fachkräfte für Elektroversorgung festgeschrieben, leider aber kaum eigene Ausbildungsmöglichkeiten hierfür. Daher bot sich am Sonnabend allen niedersächsischen E-Gruppenhelfern eine tolle Übungsgelegenheit. Das Sahnehäubchen setzte der gelungenen Tagesveranstaltung dann der Lüneburger Verpflegungstrupp auf; die Gäste reisten schlau, satt, glücklich und zufrieden wieder ab.

 

Bericht: Steffen Meincke und Olaf Braasch; Fotos: OV Lüneburg, OV Sarstedt

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