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SEEWA: Die international aktiven Trinkwasseraufbereiter des THW trainierten in Lüneburg

Wer am gestrigen Sonnabend durch den südlichen Abschnitt des Lüneburger Kurparks schlenderte, sah blau gekleidete Männer mit rot-weiß-gestreiften Stangen über die grünen Wiesen gehen: THW-Kräfte der Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland (SEEWA) übten sich in Landvermessung, Gefällebestimmung und Entfernungsberechnung. Was auf den ersten Blick nicht ganz so viel mit der Trinkwasserversorgung in Katastrophenregionen zu tun hat, ist dennoch ein wichtiger Baustein für die weltweite Hilfe des THW. Denn der richtige Umgang mit Theodolit, Winkelprisma, Fluchtstab und Nivellierlatte ist immer dann gefragt, wenn die „Water People“ des Technischen Hilfswerks in verheerten Gebieten Wasserleitungen verlegen wollen oder Brunnen zu bauen haben.

An diesem Wochenende trafen sich 30 THW-Helfer des SEEWA-Moduls Mitte aus ganz Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in unserer Unterkunft. Unter der Leitung von Dagmar Thomitzek, der Beauftragten für Koordination in der Partner-Geschäftsstelle der SEEWA Mitte in Göttingen, wurden einzelne Feinheiten eines möglichen Einsatzszenarios vertieft. Neben der Gefälleberechnung von Teilen der sogenannten Hundewiese im Kurpark gehörte hierzu auch der richtige Umgang mit dem GPS-Gerät. Besonders bei Gebietserkundungen sowie zur Orientierung im Gelände werden die weltweit verfügbaren Navigationskoordinaten genutzt. Ein weiterer Schwerpunkt der Wochenendausbildung war der Auf- und Abbau sowie die verschickungsgerechte Kistenverlastung einer kompletten Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA). Denn wer als erster in den Einsatz geht, baut sie nur auf, die letzte Schicht baut sie ab und packt sie ein, dazwischen wird sie betrieben – es sollten aber generell alle Einsatzkräfte sämtliche Handgriffe beherrschen. Hierzu wurde per LKW die TWA aus dem Ortsverband Göttingen mitgebracht. Der OV Göttingen beheimatet das Modul Mitte der SEEWA und betreut das Übungsgerät. Das TWA-Training in Halle drei weckte auch bei den THW-Kindern unserer Mini-Gruppe mannigfaltig technisches Interesse.

Neben SEEWA-eigenen Ausbildungskräften wurde mit Sascha Cierpinsky auch ein Dozent aus unserem Ortsverband mit der Theorieschulung beauftragt. Für das Vermessungswesen konnten mit Hans-Jürgen Kath vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen und dem Vermessungstechniker Henrik Lüer zwei professionelle Geodäten gewonnen werden.

Am Sonntagvormittag wurde im Rahmen der interkulturellen Bildung die Lüneburger Moschee besucht. Zum Abschluß stand noch eine Besichtigungsfahrt zum Scharnebecker Schiffshebewerk auf dem Programm.

Die Mitglieder der SEEWA treffen sich jedes Jahr zu drei bis vier Schulungswochenenden an wechselnden Standorten. Im März 2012 war unser Ortsverband schon einmal Ausrichter eines sogenannten SEEWA-Wochenendes. Die Schulungsteilnehmer wurden dieses Mal in der benachbarten Schlieffen-Kaserne untergebracht. Das Rundum-Sorglos-Cateringpaket wurde jedoch im Zweischichtbetrieb ausschließlich durch Helferinnen und Helfer unseres OV geschnürt. Darüber hinaus oblag fast die gesamte Organisation und Durchführung der erfolgreichen Veranstaltung den SEEWA-Kräften unseres OV.

 

Text: Olaf Braasch, Bilder: Michael Bahr, Olaf Braasch

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