Nach einem psychisch belastenden Einsatz kann es THW-Helfer/innen schwer fallen, ihre Eindrücke zu verarbeiten. Um hier effektive Unterstützung (‚Psychosoziale Erste Hilfe’) leisten zu können, hat jeder der acht THW-Landesverbände seit 2007 ein ‚Einsatznachsorgeteam’ (ENT) aufgebaut.

Aber: Vorbeugen ist besser als nachsorgen! Seit einigen Jahren liegt der ENT-Schwerpunkt deutlich bei der präventiven Arbeit. So ist unser Ziel, allen Helferanwärter/innen im Landesverband vor der Grundausbildungsprüfung eine umfangreiche Grundschulung zum Thema Selbstschutz, Selbsthilfe und EN-Unterstützung zukommen zu lassen.

Das ENT bietet präventive Schulungen für unterschiedlichen Zielgruppen an, begleitet nach Anforderung Einsatzlagen und berät dort Helfer und Führungskräfte. Weitere Aufgaben bestehen in der Betreuung von THW-Mitarbeiter/innen, die in Auslandseinsätze gehen bzw. zurückkommen. Die Mitglieder unserer Kinder- und Jugendgruppen können bei Bedarf ebenfalls durch ENT-Angebote unterstützt werden.

Die ENT-Helfer/innen arbeiten hauptsächlich nach dem weltweit verbreiteten CISM-Konzept (Critical Incident Stress Management) aus den USA.

Ständige Fortbildungen sowie Kontakte zu andern Organisationen mit ähnlichen Teams (z.B. dem Partnerteam ‚GSP’ des luxemburgischen Zivilschutzes) vervollständigen die ENT-Aktivitäten.

Das ENT des Landesverbandes Bremen, Niedersachen ist seit dem 1.3.2008 einsatzbereit. Es besteht aus drei Psychosozialen Fachkräften (Notfallseelsorger, Psychologe und Sozialpädagoge) und 15 sog. ‚Peers’, das sind aktive THW-Helfer/innen, die eine entsprechende Zusatzausbildung bekommen haben. Alle ENT-Helfer/nnen versehen die ENT-Arbeit in Zweitfunktion und investieren hierfür jährlich ca. 100 zusätzliche Stunden.

Die Mitglieder des bremisch-niedersächsischen ENT kommen aus 13 verschiedenen Ortsverbänden unseres Landesverbandes. Aus dem Ortsverband Lüneburg ist seit der Teamgründung 2007 Godeke Klinge als Psychosoziale Fachkraft und Stellvertretender Teamleiter dabei.

 

Foto: ca/Landeszeitung